Philosophie der Neuzeit

Denken unter Dogmen

Die Scholastik als Form der mittelalterlichen Philosophie – und ihr Einfluss bis in die Gegenwart

Auf die Philosophie des Mittelalters sind die nachfolgenden neuzeitlichen Philosophen in der Regel schlecht zu sprechen. Hegels Kommentar ist beispielhaft: „Es ist nun keinem Menschen zuzumuten, dass er diese Philosophie des Mittelalters aus Autopsie kenne, da sie ebenso umfassend als dürftig, schrecklich geschrieben und voluminös ist.“ Folgerichtig nimmt er sich in seinen Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie (1825/26) vor, rasch über diese Periode hinweg zu kommen – dafür will er sogar „Siebenmeilenstiefel anlegen“. – Hegel hatte es zu eilig. Es lohnt sich, die Philosophie des Mittelalters kennenzulernen – in ihren Stärken und Schwächen und schließlich in ihrer wirkungsgeschichtlich wichtigsten Weise: dem Universalienstreit. Er beeinflusst das Verständnis von Sprache und dadurch unser Menschen- und Weltbild bis heute.

Wahrnehmungen der Neuzeit

Der Streit um das Selbstverständnis der westlichen Welt

‚Neuzeit’ wird in Abgrenzung zur Antike und zum Mittelalter jene geschichtliche Phase Europas genannt, die vor etwa vierhundert Jahren begonnen hat und in der auch wir noch leben. Doch was charakterisiert die geistige und geistliche Verfassung unseres Zeitalters? Darüber streiten Philosophen, Theologen und Historiker. Die Kontroverse ist keine bloß akademische. Gerade in den Konflikten zwischen der westlichen und der arabischen Welt, aber auch zwischen den USA und ‚old Europe’, geht es um unterschiedliche Wahrnehmungen der Neuzeit.
Diese Veranstaltung vermittelt zunächst eine begriffliche Orientierung über die besonderen Merkmale neuzeitlichen Denkens, um dann die Grundpositionen des Streits anhand folgender Leitfragen darzustellen:

Philosophie des Barock

Barroco – so nannten die Portugiesen eine Perle, die ungleichmäßig gewachsen ist. Die negative Charakteristik wurde auf eine Epoche übertragen: das 17. Jahrhundert galt lange als Zeit eines selbstherrlichen Absolutismus. Mit schwülstiger Kunst und überladenem Zeremoniell seien die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges und der Hexenverfolgungen überspielt worden. Tatsächlich lebte das Barockzeitalter aus geistigen Spannungen, die zum Ärger der nachfolgenden Aufklärer nicht aufgelöst, sondern akzeptiert wurden. Weist diese Haltung nicht auf die Postmoderne und / oder die Zweite Moderne voraus? – Diese Veranstaltung soll über das Lebensgefühl des Barock orientieren und widmet sich berühmten Denkern der Zeit: Descartes, Pascal, Leibniz.

 

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